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BERICHTE UBER LANDWIRTSCHAFT

Publisher:
—
ISSN:
2196-5099
Category:
AGRICULTURE, MULTIDISCIPLINARY
Impact factor:
0.2

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Latest articles

Rollenbilder von jungen Frauen in der Landwirtschaft in Nordwestdeutschland

2026-03-19

Marcus Mergenthaler, Barbara Kockerols

Familienbetriebe bilden das Rückgrat der Landwirtschaft in Nordwestdeutschland, indem sie Familienleben, landwirtschaftliche Arbeit und wirtschaftliche Aktivitäten miteinander verknüpfen. Dieser Erfolg basiert auf der engen Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung innerhalb der Familie, die zur wirtschaftlichen Stabilität und langfristigen Planung der landwirtschaftlichen Betriebe beiträgt. Gleichzeitig führt die enge Verzahnung von Familie und Betrieb oft zu Konflikten, da sich persönliche und betriebliche Belange schwer trennen lassen und traditionelle Rollenmuster von Mann und Frau meist fortbestehen. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende qualitative Studie die zukünftigen Rollenbilder junger Frauen, die in landwirtschaftliche Familienbetriebe in Nordwestdeutschland eingeheiratet haben. Ziel ist es, aus Sicht dieser Frauen ein zukunftsfähiges, erfüllendes Rollenverständnis in familiär-betrieblichen Kontexten herauszuarbeiten. Grundlage der Analyse sind sechs leitfadengestützte Interviews mit Frauen aus verschiedenen Betriebsformen, ergänzt durch eine strukturierende qualitative Inhaltsanalyse. Die Ergebnisse gliedern sich in fünf zentrale Dimensionen: Rückblick und Ist-Zustand, Soll-Zustand, Unterstützungsbedarfe, Umfeld/Rahmenbedingungen sowie Idealzustand. Im Rückblick wird deutlich, dass die Elterngeneration der interviewten Frauen stark durch patriarchale Rollenmuster geprägt war, die oft zu einer strukturellen Unsichtbarkeit weiblicher Arbeitskraft führten. Im Kontrast dazu formulieren die Befragten ein Soll-Verständnis, das auf partnerschaftlicher Aufgabenteilung, finanzieller Unabhängigkeit, rechtlicher Absicherung und individueller Selbstverwirklichung basiert. Diese Sollbilder stehen jedoch häufig im Spannungsfeld mit realen betrieblichen und familiären Strukturen. Die Unterstützungsbedarfe der Frauen richten sich insbesondere auf rechtliche Beratung, geschützte Austauschformate, zielgruppengerechte Weiterbildungen sowie eine bessere soziale Infrastruktur im ländlichen Raum. Das familiäre Umfeld – insbesondere das Zusammenleben mit Schwiegereltern – wird ambivalent bewertet: Einerseits als Ressource, andererseits als Quelle struktureller Abhängigkeit. Der Idealzustand beschreibt ein Gleichgewicht zwischen beruflicher Selbstständigkeit, familiärer Einbindung und psychischer Entlastung. Die Studie verdeutlicht, dass Gleichstellung in landwirtschaftlichen Kontexten nicht allein durch individuelle Anpassung erreicht werden kann, sondern struktureller Veränderungen bedarf. Sie liefert differenzierte Einblicke in das Aushandeln weiblicher Rollen auf landwirtschaftlichen Betrieben und positioniert sich zugleich im gesamtgesellschaftlichen Diskurs zu Gendergerechtigkeit. Politische, agrarsoziale und bildungspolitische Maßnahmen sind notwendig, um die formulierten Idealbilder in reale Handlungsmöglichkeiten zu überführen. Die Studie leistet damit einen praxisnahen Beitrag zur Sichtbarmachung weiblicher Perspektiven in der deutschen Landwirtschaft.

Neue Tierwohl-Forschungsställe für Milchkühe und Möglichkeiten von Adaptionen für die Praxis – eine ökonomische Analyse

2026-03-12

Clemens Fuchs, Ramona Wulf

Der „Milchviehstall der Zukunft“ ist als Forschungsstall konzipiert und erfüllt durch die Haltung im Familienverbund, einen Zugang zur Weide und insbesondere ein großes Platzangebot für die Tiere alle Anforderungen an einen Tierwohlstall. Zur betriebswirtschaftlichen Analyse innovativer Stallkonzepte müssen zuerst Forschungsställe in die Praxis adaptiert werden, indem auf die für Forschungszwecke notwendigen Einrichtungen, wie z.B. zur Datenerhebung, -speicherung und -auswertung im Praxisstall verzichtet wird. In der Analyse wurden vier Varianten verglichen: Variante 1) Adaption des Forschungsstalls an Praxisbedingungen ohne Forschungseinrichtungen, Variante 2) wie Variante 1 mit kuhgebundener Kälberaufzucht aller Kälber bis 16 Lebenswochen; danach Färsenaufzucht in einem separaten Stall, Variante 3) Kompostierungsstall für Kühe ohne Weide und Auslauf; Kälber- und Färsenaufzucht im separaten Stall, und Variante 4) Liegeboxenlaufstall mit Tiefboxen - Schieberentmistung, ohne Weide, mit Auslauf. Die wirtschaftliche Beurteilung berücksichtigt Unterschiede in den Investitionskosten der Varianten sowie weitere durch das Haltungsverfahren beeinflusste Kosten- und Preisfaktoren. Milchviehhaltung, Kälber- und Färsenaufzucht wurden dabei getrennt betrachtet, um Mindestpreise für Milch und Kalbfleisch zu ermitteln und damit Vermarktungsstrategien zu ermöglichen. Eine Übertragung des Forschungskonzeptes „Milchviehstall der Zukunft“ in die Praxis ist - z.B. in Anlehnung an bereits vorhandene Stalltypen - möglich. Allerdings wäre der Kapitalbedarf um ca. 30 % und damit die jährlichen Kosten um ca. 500 Euro/Kuh p.a. höher als bei einfachen Kompostierungsställen. Die Einstreu der freien Liegefläche mit Hackschnitzeln verursacht höhere Kosten, und die verlängerte muttergebundene Aufzucht reduziert den Milcherlös. Der Verkauf der Kälber deckt diese Kosten nicht vollständig, sodass ein Zuschlag von 0,76 Euro/kg Kalbfleisch erforderlich wäre. Um in der Milchproduktion Break-Even zu erreichen, wäre ausgehend vom durchschnittlichen Marktpreis von 0,43 Euro/kg Milch ein Preiszuschlag von 0,17 Euro/kg Milch für den adaptierten Praxisstall (Variante 1) erforderlich. Der „Milchviehstall der Zukunft“ als Forschungsstall dient der Untersuchung von Tierwohl sowie der Entwicklung möglicher Verbesserungen des Tierwohls in der Milchviehhaltung. Weitere Effekte, etwa zu alternativer Einstreu oder Konsumentenakzeptanz, lassen sich erst prüfen, wenn der Stall gebaut ist. Dass ein Transfer aus dem Forschungsstall heraus, hinein in die Milchviehbetriebe mit Adaption an Praxisbedingungen unter Kosteneinsparungen und damit eine Annäherung an die Wirtschaftlichkeit erreicht werden kann, konnte mit dieser Studie gezeigt werden.

Warum werden die Ziele des Gewässerschutzes mit der Düngegesetzgebung in Deutschland nicht erreicht?

2025-12-09

Friedhelm Taube, Martin Bach

Die Gewässerbelastung durch Einträge von Stickstoff (N) und Phosphor (P) aus der Landwirtschaft ist durch zwei gegensätzliche Entwicklungen gekennzeichnet: seit der Novellierung der Düngeverordnung (DüV) 2017 sind die N- und P-Überschüsse deutlich gesunken, die Ziele der Nitratrichtlinie und der Wasserrahmenrichtlinie werden aber weiterhin verfehlt. Anhand des Nährstoffberichts für Niedersachsen 2023/2024 werden Ursachen für diese Diskrepanz und die Defizite der Düngeverordnung (DüV) als zentralem Instrument im Gewässerschutz aufgezeigt. In Niedersachsen haben sich die Herbst-Nmin-Mengen von 2008 bis 2023 nicht verändert und die gemessenen Nitratkonzentrationen im Sickerwasser in Tiefbohrungen auf Ackerflächen sind nur geringfügig von im Mittel 69 mg/l (2016-2018) auf 62 mg/l (2021-2023) zurückgegangen. Im längerfristigen Verlauf ist die Nitratkonzentration im Grundwasser in Niedersachsen im Mittel von 1.142 Messstellen (mit einer Konzentration > 5 mg /l) von 2012 bis 2023 mit 56 mg/L nahezu unverändert geblieben. Die Berechnung einer potenziellen Nitratkonzentration im Sickerwasser, wie vom LBEG durchgeführt,  ist nicht geeignet, Veränderungen der Grundwasserbelastung anzuzeigen. Der Nährstoffbericht erklärt die ausbleibenden Verbesserungen mit der langen Reaktionszeit, mit der die N-Überschüsse in einer Messstelle eintreffen. Es wird allerdings versäumt, für diejenigen Messstellen mit bekannter kurzer Reaktionszeit (< 10 Jahren) getrennt zu untersuchen, ob dort bereits Erfolge im Gewässerschutz erkennbar werden. Für die Weser und die Ems wird das Bewirtschaftungsziel von 2,8 mg gesamt-N/L 2023 deutlich verfehlt. Die Zielwerte der Gesamtphosphorkonzentration wurden 2023 an 63 % der Messstellen in Fließgewässern in Niedersachsen überschritten. Auf Basis der DüV-Vorgabe zur zulässigen P-Düngung wird für Niedersachsen insgesamt ein negativer P-Düngesaldo von -3,6 kg P/ha berechnet. Mit den P-Düngungsempfehlungen des VDLUFA (2018) ergibt sich jedoch ein P-Überschuss bereits allein aus der Tierhaltung von 5,6 kg P/ha, der mit Wirtschaftsdüngern aus Niedersachen in andere Bundesländer verbracht werden müsste. Für eine substanzielle Verminderung der N- und P-Gewässereinträge muss das nationale Aktionsprogramm nachgebessert werden. Die Regelungen der DüV müssen überprüft und ergänzt werden, insbesondere das Verfahren zur N-Düngebedarfsermittlung ist durch unabhängige Fachgremien an den aktuellen Stand des Wissens anzupassen und die N-Nachlieferung aus verschiedenen Quellen ist dabei wesentlich stärker zu berücksichtigen. Weiterhin müssen die betrieblichen Nährstoffflüsse erfasst und das Wirkungsmonitoring muss umgesetzt werden. Schließlich sind zukünftig auch die Reaktionszeiten der Messstellen abzuschätzen und die roten Gebiete sind auf Basis der Nitratkonzentration im Grundwasser mit Einbezug des Denitrifikationswertes (N 2 -Exzess) neu auszuweisen.

Bewertung von digitalen Technologien in den Digitalen Experimentierfeldern

2025-10-29

Andreas Gabriel, Frank Beneke, Markus Gandorfer

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) förderte 14 digitale Experimentierfelder, um die digitale Transformation in der Landwirtschaft zu unterstützen, nachhaltige Lösungen zu entwickeln und den Praxistransfer zu stützen. Eine Umfrage unter den Experimentierfeldern im Rahmen der Arbeitsgruppe „Qualitätsbewertung digitaler Techniken“ des Kompetenznetzwerks „Digitalisierung in der Landwirtschaft“ identifizierte die in den Projekten behandelten Technologien, Untersuchungsmethoden und Bewertungsbereiche. Insgesamt wurden 181 Technologien analysiert, darunter Technologien zur Sensorik, Automatisierung und Robotik, die in fünf Kategorien wie Datenmanagement, Entscheidungsunterstützung und spezifische Anwendungen eingeordnet wurden. Untersuchungsmethoden umfassten Demonstration, Bewertungsverfahren und Forschung und (Weiter-)Entwicklung der Technologien. Die Bewertungsbereiche in den Projekten konzentrierten sich auf agronomische, ökonomische, ökologische, soziale Kriterien sowie Kriterien zur Verlässlichkeit der Technologien. Schwerpunkte über alle Experimentierfelder hinweg lagen auf Verlässlichkeit und Wirtschaftlichkeit, während soziale Aspekte insgesamt weniger detailliert berücksichtigt wurden. Zwei exemplarische Technologien verdeutlichen die Ergebnisse: Automatisierte Fütterungssysteme optimieren Fütterungsprozesse und reduzieren den Arbeitsaufwand, stehen jedoch vor Herausforderungen wie hohen Investitionskosten und fehlender Standardisierung. Feldrobotik bietet Potenziale für mechanische Unkrautregulierung und präzise Datenerfassung, muss jedoch in Robustheit und Integration in landwirtschaftliche Arbeitsprozesse verbessert werden. Die Ergebnisse zeigen, dass in den Experimentierfeldern Technologien praxisnah untersucht wurden und dass ihre Potenziale sowie Herausforderungen gezielt adressiert werden konnten. Zugleich lieferten die Experimentierfelder wertvolle Beiträge zum Wissenstransfer und zur weiteren Forschung und Entwicklung nachhaltiger, effizienter Anwendungen. Der vorliegende Beitrag liefert wertvolle Erkenntnisse für Politik, Forschung und Praxis. Die Arbeit in den Experimentierfeldern zeigt, dass digitale Technologien in der Landwirtschaft nicht nur technisch ausgereift, sondern auch wirtschaftlich tragfähig und sozial akzeptiert sein müssen.

Klimaanpassung in der Landwirtschaft an der niedersächsischen Nordseeküste

2025-06-15

Marieke Stammermann

In der Landwirtschaft als klimasensible Branche können für den Umgang mit den Klimawandelfolgen Klimaanpassungsmaßnahmen umgesetzt werden. Vorliegend sollte die Frage beantwortet werden, inwiefern solche Maßnahmen an der niedersächsischen Nordseeküste ergriffen werden. Anfangs wurden vier Interviews zu den Themen Betroffenheit durch Klimawandelfolgen, umgesetzte Klimaanpassungsmaßnahmen und deren Finanzierung sowie Herausforderungen für eine erfolgreiche Klimaanpassung geführt. Die Ergebnisse wurden zur Weiterentwicklung einer strukturell identischen Online-Umfrage genutzt, an welcher 49 landwirtschaftliche Betriebe aus der Region teilnahmen. Ergänzend wurde mithilfe der Delphi-Methode eine ExpertInnenbefragung durchgeführt. Wichtigste Maßnahmen sind gemäß den Ergebnissen das angepasste Wasser- und Bodenmanagement, während beispielsweise die Anpassungen an eine veränderte Biodiversität und den Meeresspiegelanstieg, aber auch Methoden der Digitalisierung oder Zucht bisher wenig relevant für die Befragten sind. Als Herausforderungen konnten Motivation, Bewusstsein und Vernetzung, wirtschaftliche Unsicherheiten und politische Unsicherheiten identifiziert werden.

Innovationen in der Ökologischen Landwirtschaft

2025-05-13

Corinna Ullrich, Ramona Teuber

Führende Fachzeitschriften der ökologischen Landwirtschaft wurden daraufhin analysiert, in welchem Kontext Sie den Begriff der Innovation verwenden. Innovationen umfassen Produktinnovationen, wie neue Ackerbautechnik, und Prozessinnovationen, meist im Bereich ökologischer Verfahren, z.B. von  Anbaumethoden oder als soziale Innovationen, wie Vermarktung und ökologische Züchtung. Im Zusammenhang mit Innovationen werden Themen wie Nachhaltigkeit, Systemgrenzen, Digitalisierung und Gentechnik versus ökologische Züchtung diskutiert. Der Ökolandbau wird als soziale Innovation und Nährboden für weitere Innovationen betrachtet. Landwirte und Forschung sind die Hauptentwickler, unterstützt von Bioverbänden und Netzwerken. Politische Interventionen spielen eine wichtige Rolle bei Innovationen. Politische Maßnahmen wie Forschungs- und Züchtungsförderung sowie Start-Up-Förderung werden als förderlich angesehen. Das EU-Ökorecht wird teils als fördernd, teils als hinderlich wahrgenommen. Praxisorientierte Erweiterungen des Rechtsrahmens gelten als förderlich.

Regionale Erzeugung landwirtschaftlicher Nischenkulturen in Süddeutschland: Status Quo und Entwicklungspotenzial

2025-03-26

Johannes Schiele, Simon Walther, Clemens Fuchs

In dieser Arbeit untersuchen wir Umfang und Struktur des Gesamtmarktes sowie der regionalen Erzeugung der Nischenkulturen Amaranth, Linsen, Kichererbsen und Quinoa in Süddeutschland (Bayern und Baden-Württemberg) und schätzen das Entwicklungspotenzial ab. Hierzu wurde zunächst der Bedarf für die menschliche Ernährung ermittelt und dann Umfang und Struktur der lokalen Erzeugung durch eine Auswertung von InVeKoS-Daten und ergänzend durchgeführter leitfadengestützter Interviews untersucht. Der Anbau der analysierten Kulturen in Süddeutschland liegt im Schnitt der Jahre 2018-22 bei 1.057 ha, was einen Selbstversorgungsgrad je nach Kultur um oder unterhalb von 10 % ergibt. Würde der gesamte süddeutsche Bedarf vor Ort erzeugt, ergäbe dies einen Flächenanteil der Kulturen von 0,6 % der Gesamt-Ackerfläche. Dies deutet zunächst darauf hin, dass der regionale Anbau der betrachteten Kulturen eine ausgesprochene Nischenproduktion bleiben wird. Der junge Entwicklungsstand der regionalen Wertschöpfungsketten ist noch mit einigen Schwierigkeiten verbunden, wobei insbesondere das Risiko der Rohstoffversorgung als erheblich einzustufen ist. Zudem sind die anfänglichen Produktionskosten hoch, so dass das weitere Entwicklungspotenzial stark von Faktoren wie dem verfügbaren Haushaltseinkommen, der Nachfrageentwicklung und der Zahlungsbereitschaft der Kunden beeinflusst wird. Dies bestimmt maßgeblich die Wirtschaftlichkeit für die beteiligten Akteure der Wertschöpfungsketten.

Einordnung wichtiger Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2022 in Bezug auf waldpolitische Handlungsfelder

2025-02-25

Jürgen Bauhus, Matthias Dieter, Peter Meyer, Thomas Knoke, Ewald Endres, Nina Farwig, Gabriele Weber-Blaschke, Friederike Lang, Birgit Kleinschmit, Annette Hafner, Ralf Kätzel, Marcus Lindner, Jörg Müller, Ulrich Schraml, Ute Seeling

Die Bundeswaldinventur ist ein gesetzlich vorge­schriebenes Instrument zur Erfassung der lang­fristigen Waldentwicklung in Deutschland. Die vierte Bundeswaldinventur liefert detaillierte Einblicke in die Veränderungen des Waldes für den Zeit­raum zwischen 2012 und 2022. Sie ist eine wichtige Informationsgrundlage für ver­schiedene Handlungsfelder der Waldpolitik. In dieser Stellungnahme ordnet der Wissen­schaftliche Beirat für Waldpolitik die Ergebnisse der Bundeswaldinventur (BWI) 2022 in Bezug auf vier zentrale Handlungsfelder ein: a) Biodiversität und Waldnaturschutz b) Klimaschutzfunktion, Resilienz und Anpassungsfähigkeit an den Klima­wandel c) Eigen­tum, Arbeit, Einkommen d) Rohstoffe, Verwendung und Effizienz und bietet eine Inter­pretation der zurückliegenden Entwicklungen vor dem Hintergrund bestehender waldpolitischer Ziele und Governanceansätze.